Montag 06.08.

Da wir recht exponiert geparkt hatten, machten wir uns gegen 07.30 Uhr aus dem Staub. Wir stoppten an einem ehemaligen Schwimmbad. Dieses erreichten wir nach 13 Minuten Fußmarsch in den Bergen (noch vor dem Frühstück). Obwohl noch vor 08.00 Uhr waren schon sechs andere Traveller anwesend. Der „Geheimtipp“ war bekannt! Das Schwimmbecken, dass durch eine natürliche Quelle gespeist wurde, hatte um die 32°C Wassertemperatur. Nach dem morgendlichen Bad stärkten wir und fuhren wieder einige Kilometer zurück ostwärts und marschierten zum Wrack der DC-9, die am Strand von Sandheimar vor grauer Urzeit dort notgelandet/abgestürzt ist. Am Beginn des Tracks stand ein Warnschild, dass man Streckenlänge, Kälte, etc. nicht unterschätzen sollte, und so normal 3-4h Dauer einzukalkulieren seien. Wir präparierten uns dementsprechend und stiefelten schnurstracks durch die öde Geröllwüste. Nach exakt 35 Minute waren wir am Flugzeug! Dramakönige, die Isländer (rechnen nicht mir deutschen Sportlern 😉  ). Auch am Wrack wimmelte es vor Touris. Das Innenleben, das Heck, die Bugspitze und die Flügelenden fehlten, aber es war alles ansonsten noch gut erkennbar.

Nachmittags steuerten wir unsere wahrscheinlich letzten Wasserfälle in Island an. Zuerst schauten wir unter dem Gljufrabui nach. Dieser fällt in einen engen 15m hohen, aber tiefen Kessel. Die Luft besteht quasi nur aus Wasser. Es war ein winziger Vorgeschmack, auf das was noch umgehend folgen sollte. Der bekannte Seljandsfoss lag nur 580 Meter südlich. Dieser fällt nicht nur aus imposanter Höhe, sondern er kann auch komplett umrundet werden. Ein feiner Spaß, bei dem wir nicht nein sagten. Und, wie sollen wir es sagen, bei dem nur die Augen trocken blieben 😉

Da die Prognosen wegen des Jökulhlaup (Gletscherlauf) am Vatnajökull und dem Fluß Skafta unverändert waren, steuerten wir nun im großen Bogen Richtung Landmannalaugar. Unterwegs lag das LAVA-Museum am Wegesrand. Da mussten wir rein. Der Preis für eine Person betrug 3200 ISK, d.h. 25€! Durch einen glücklichen Umstand ergab sich eine Möglichkeit, „sehr günstig“ in das Haus zu kommen. Innen drin hatte man u.a. die Gelegenheit, zu erfahren, wie sich verschiedene Erdbebenarten anfühlen. Bei schönem Abendlicht schlossen wir den Tag bei der Straße 26. Auf einem Schotterplatz am Ortsrand stehend, hielt bereits nach 30 Minuten ein netter Mann mit seinem Jeep an und fragte ob wir hier über Nacht stehen bleiben wollten. Christian sagte ja und fragte ob es ein Problem wäre. Nein, antwortete der Mann kein Problem, es kostet für zwei Personen 3.000 ISK.

Daraufhin beschlossen wir einen anderen Platz zu finden, den wir auch etwas verlassen draußen im Outback fanden. Nicht romantisch, aber kostenfrei.

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Altes Schwimmbad, Wasser etwa 32°C warm, nur nach langem Fußweg zu erreichen
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Wrack einer DC-3 am Strand

 

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Zugang zum Gljufrabui-Fall
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Gljufrabui-Fall
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Seljalandsfoss
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Seljalandsfoss von hinten, er kann komplett umlaufen werden
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Uhr LAVA-Museum, Aufzeichnung der aktuellen Erdbeben, an diesem Tag war eines um 16.39 Uhr nur 1,1 auf der Richterskala stark
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LAVA-Museum; Modell von Island aus Erdinnensicht

 

Dienstag 07.08.

Früh los, um keinen zu verärgern und kurz drauf auf einem Parkplatz an der Zufahrtsstraße zu Landmannalaugar geparkt, um noch mal 2h zu schlafen; wenn dieses auch bei den Sturmböen schwer möglich war. Gegen 1100 Uhr starteten wir auf der Piste F225, die nicht sehr anspruchsvoll war. Wir kamen zügig voran, leider wenige Furten und manchmal verlockte das Terrain sogar und schwupps kamen harte Lavasteinpassagen oder riesige und tiefe Schlaglöcherkonglomerate – irgendwas davon killte heute eine wertvolle Rotweinflasche 😦

Nach einer Doppelfurt waren wir auf einmal auf einem kleinen Umweg, doch er war landschaftlich nett. Saftige grüne Passagen mit Schafen, umrahmt von schrägen Hängen, gefolgt von schwarzen Lavahügeln, Bächen, Lavafeldern und Sandfeldern. Ab und zu lagen Schneefelder auf den Hügelspitzen oder Schattentälern und nach der nächsten Kurve waren wir auf einmal im Wüstensturm. Sandsäulen fegten über die Fahrspur und ließen die Sicht rapide sinken. Nach guten 1,5h erreichten wir Landmannalaugar. Diesmal fuhren wir (im Gegensatz zu unserer letzten Fahrt mit unserem großen Womo) durch die letzte Furt durch. Mittlerweile war im Tal von Landmannalaugar die Sicht so sehr eingeschränkt, dass die Ranger die Wanderwege geschlossen hatten. Es waren 6°C und so starker Wind mit so viel Sand in der Luft, dass es auch kein Vergnügen geworden wäre. Wir kehrten um, parkten im kostenfreien Bereich und muckelten uns in unserer „Ferienwohnung“ warm ein! Die Windböen hörten den Tag nicht mehr auf. Abends nach 21.00 Uhr wurde die Sicht wieder klarer und der Wind flaute ab. Spontan brachen wir zu den heißen Wasserstellen auf. In das über 40°C heiße Wasser setzten wir uns befriedigt, denn der 8-minütige Hinweg hatte uns schon durchfrieren lassen. Das Bad war super. Um uns an die 30 Menschen aller Länder, denen allen nach Entspannung war.

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Aschestürme auf der Landmannaleid
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Blick auf Landmannalaugar nach dem Sandsturm

 

Mittwoch, 08.08.

Nach einer ruhigen Nacht, ohne Wind, Gewackel und Gebühr, wachten wir bei 5,5 Grad und klarem Himmel auf. Nach dem Frühstück rüsteten wir uns langsam für unsere Wandertour. An der Information des Campingplatzes holten wir die letzten Hinweise ein und liefen los. Unser Ziel war eine Tour auf den Blahnukur von 6,5 km Länge, 350 Höhenmetern und sollte ca. 2,5 – 3 Stunden dauern. Bereits kurz vor dem ersten Gipfel stellte Jutta die eheliche Fehlkommunikation fest, der Weg führte nämlich weiter auf den nächsten Berggipfel der noch wesentlich steiler zu besteigen war. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und den dazu gehörigen Schmerzen in der noch nicht ganz genesenen Hüfte ging´s weiter, der Weg wurde durch lose Schottersteinchen rutschiger und schmaler. Der Abgrund enorm nah, tief und steil. Nix für Menschen mit Höhenangst. Je höher wir kamen, um so grandioser wurde der Ausblick auf die umliegenden, teils schneebedeckten Berge und die farbenfrohen Täler. Der Wind war stellenweise sehr heftig. Runter ging es durch Lavafelder, einem Schneefeld (!), Wiesen, durch ein Flussbett und vorbei an Fumarolen (Schwefelgase treten aus Spalten und Öffnungen). Am Ende des Weges erspähten wir dann auch ein Verbotsschild, den Weg nicht zu benutzen wegen des Schneefeldes!!! Den Rest des Tages verbrachten wir bis zum Abend mit regenerieren und chillen. Am Abend wurde es freundlicher als auch deutlich leerer und so genossen wir nochmals ein Bad im warmen Fluss.

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Landmannalaugar am staubfreien Morgen

 

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Donnerstag 09.08.

Die Sonne lachte heute. Nach dem Frühstück marschierten wir zur Wanderung los. Das Ziel war ein Rundkurs mit dem Namen Skalli. Die angegebenen 15 km sollten laut Infobroschüre in 6-8h zu bewältigen sein. Die Strecke war sehr unterschiedlich. Zuerst durchquerten wir ein wildgezacktes Lavafeld über das endemische Moosbüschel eine grüne Decke gelegt hatten, anschließend passierten wir ein stark nach Schwefel stinkendes Fumarolenfeld, um dann einen vielfarbigen steilen Bergkegel zu meistern. Es folgte ein erstes flaches Schneefeld und sanfte ockerfarbige Hügel mussten überquert werden. Dann bogen wir vom großen Laugavegur (4-Tage-Hüttenwanderungsstrecke) ab und blieben meist auf der Höhe. Lediglich die Anzahl der zu absolvierenden Schnee-/Eisfelder nahm zu. Der Anblick nach Süden war irre. Hier und da qualtem am Horizont Dampfwolken von Fumarolen auf und dazwischen grüne oder braune Hügel die von schneebedeckten Tälern unterbrochen wurden. Man kam sich vor, wie ein Wicht im Marmorkuchen. Zwei Hügel waren noch zu meistern, die um die 1000m Höhe aufwiesen. Über einen stark grau-türkis gefärbten Bergrücken ging es dann wieder abwärts. Insgesamt liefen wir heute 16,8km. Für die ganze Route benötigten wir lediglich 4,0h (Sportler halt ;-)). Vielleicht geben die Isländer die Streckenlänge für Trolle mit kurzen Beinen an. Wir wissen nicht, wieso man für diesen Track 8h brauchen sollte.

Der Tag klang ruhig bei viel Sonnenschein im warmen Reisemobil aus. Es war immer wieder spannend aus dem Reimo an der Furt zu beobachten, wie die Neuangekommenen die Furt meisterten oder welches Fotoprogramm sich dazu stets ereignete.

In bewährter Weise gingen wir abends bei Einbruch der (Nicht-) Dunkelheit noch mal in den heißen Fluß.

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Freitag 10.08.

Schon wieder schien die Sonne. Daher sprangen wir aus dem Fahrzeug und rein in die Wanderstiefel. Heute war die Sudurnamur-Strecke ausgeschaut. So verläuft nördlich Landmannalaugar über die Bergrücken. Es ging öfter als gedacht gut hoch! So gemütlich, wie gedacht war es nicht, aber die Aussicht entschädigte. Zudem gab es immer wieder klasse Farbspiele, da die vulkanischen Aktivitäten in der Vergangenheit her ganze Arbeit geleistet hatten. Statt der 3-4,5h benötigten wir nur 2h 20min. Den Wohnbereich in der Kabine gut verstaut, damit auf der kommenden (und leider letzten) Piste nix zu Bruch geht. Die F208 Strecke war auch schön. Begrünte Hügel, steile Berge, z.T. Schneekuppen und viele Bäche und auch natürlich Furten!! Bei einer dieser Gewässer, musste unsere GoPro-Kamera uns ein wenig Spannung machen. Für einen bessere Aufnahmequalität, hatten wir sie außen am Fahrzeug angebracht. Wie es kommen musste, rüttelte sie sich wohl lose – wie auch immer – und fiel herunter. Natürlich mitten in die Furt, des mal nicht klaren Wassers! Aber da Christian sofort stoppte und hinterher sprang, war sie nach ein paar Momenten des Grundabtastens wieder gerettet. Zur Mittagspause stoppten wir in der riesigen Eldgja-Spalte. Stammt natürlich auch von einem sagenhaften Vulkanausbruch; es soll um 943 gewesen sein und man spürte die Auswirkungen mit Schneefall in der Mongolei und Nilniedrigwasser in Ägypten sogar! Nach 2km Fußweg kamen wir zu einem schönen mehrteiligen Wasserfall: Dem Oräfufoss. Wir genoßen die späte Sonne und die Einsamkeit in der Natur, die lediglich von ein paar Schafen untermalt wurde. Nach der F208 und der Ringstraße 1 sowie Vollsperrung der Ringstraße wegen Fahrbahndeckenerneuerungen kamen wir erst nach 22.00 Uhr am Hafen Landeyjahöfn zum Stehen. Die Westmänner-Inseln waren in Schemen noch zu sehen. Die Wellen kamen schäumend auf den schwarzen Kiesstrand, der schwarze Aschesand umwehte wie in der Sahara das Auto und der Wind wackelte unser Gefährt gut durch. Aber ein sonst ruhiger Stellplatz, der auch mal ohne Camping-Verbot-Schilder auskam.

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Berge nördlich von Landmannalaugar

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Landschaft bei der F208

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Links die Piste F208 im Flußtal
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Blick auf die Eldgja-Spalte
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Ofärufoss
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Ofärufoss
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Isländische Eigenart
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Ende der F208 vor der Ringstraße

 

Samstag 11.08.

Mit dem ersten Fährschiff um 0945 Uhr fuhren wir los. Trotz Seegangs benötigte der Kahn nur 35 Minuten, um dann in den von hohen Felsen umrahmten natürlichen Hafen von Heimaey einzulaufen. Das Reimo nahmen wir nicht mit, da auf dem Eiland alles ideal zu Fuß zu meistern war. Heimaey kam im Januar 1973 in den Blick der Weltöffentlichkeit, als dort ein unbekannter Vulkan – heute heißt er Eldfell – ausbrach und erst nach einigen Monaten wieder Ruhe gab. Die Inseln wurde dadurch um über 2 km² größer, über 400 Häuser wurden von Lava oder Asche begraben und der Hafen wurde (nach einer bereits auf Hawaii probierten Methode) nur durch extreme Abkühlung mit Meerwasser vom Lavaverschluss gerettet.

Wir taperten zum Osten und kraxelten die lose Asche des Eldfell hoch. Der bizarre bunte Kraterrand liegt auf 200 m Höhe. Man musste nur aufpassen, das der starke (!) Ostwind einen nicht herunter wehte. Wir blieben nicht lange, sondern kehrten um und machten uns wieder in Richtung 4500-Seelen-Ort auf. Der Ort besteht aus gepflegten Eigenheimen. Die Vorgärten sind liebevoll bepflanzt und verziert. Die meisten Häuser weiß mit hellem Dach, was auf uns einen freundlichen, wenn auch nüchternen Eindruck machte. Zwischendrin waren immer wieder mal alte Häuser zu entdecken, die nach dem Vulkanausbruch wieder freigelegt worden waren und auch noch bewohnt aussahen. Da es frisch, windig und nieselig war, entschlossen wir uns ein Bootsfahrt eher zurück zu nehmen. So kam es, dass wir bereits um 13.45 Uhr wieder in See stachen. Unser Urteil zu unserem Ausflug, er hatte sich sehr gelohnt!

Als wir das Geschüttele im Reimo abends nicht mehr aushielten, setzten wir noch mal ins Inland um, wo kein Wind uns beherrschte.

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Blick auf die Westmännerinseln von Fährhafen Landeysjahöfn
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Der neue Vulkan Eldfell auf der Insel Heimaey, im Vordergrund die neuen Lavafelder von 1973
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Der Hauptort der Westmännerinsel Heimaey
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Ein Haus des der Vulkan Eldfell in Besitz nahm
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Blick vom Eldfell-Krater auf das neue Land

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Eldfell, im Hintergrund der vergletscherte Vulkan Katla
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Fotos vom Ausbruch des Eldfell von 1973

 

Sonntag, 12.08.

An Nachmittag näherten wir uns Reykjavik, bogen von der viel befahrenen Ringstraße nach Süden ab. Wir näherten uns einem Skigebiet und es war mal wieder stürmisch. Oben angekommen sahen wir kaum die Pisten und Skilifte, da die Wolken uns sofort umschlossen. Um 1600 hatte ich bereits vor Monaten eine Tour gebucht, die Zugang zum „Inside the vulcano“ versprach. Die internationale 20-köpfige Gruppe (ich war der einzige Europäer, sonst nur US-Amerikaner und Japaner) musste 45 Minuten durch ein Lavafeld wandern, ehe sich mit Helmen und Sicherheitsgurten ausgestattet, in den 120m tiefen Vulkanschlot niedergelassen wurde. Die Gondel, die für 6er-Gruppen ausgelegt war, startete oben an der 5x3m breiten Öffnung und erreichte nach 6 Minuten Abfahrt den steinigen Grund. Unten herrschten 4°C und die Halle war dort an die 80/90m breit. Es war ein irrer Farben von rot, grau, ocker, schwarz, grau und gelb sowie ein umfangreicher Gesteinsmix, der dort anzutreffen war. Es war wie eine Fahrstuhlreise in Vergangenheit, da man auch zig Lavaaschehorizonte und Felsschichten der frühen Erdzeitalter durchfuhr. Ein lohnenswerter, wenn auch nicht günstiger Trip. Aber nirgendwo sonst kommt man auf der Erde sonst in einen Vulkan hinein.

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Die isländische Saison ist kurz
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Thrinukagigur: Ein Vulkanschlot, in den man hinein darf. Tickets sind schnell ausgebucht.
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Per Gondel geht es in 6 Minuten 120m hinunter

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Montag 13.08.

Am Morgen schauten wir uns in einem Vorort Reykjaviks eine große Reitanlage mit unglaublichen vielen Ställen, Reitbahnen, einer Rennbahn, einigen Padocks und Reithallen von Isländerpferden an. Es war ein riesiges Areal mit sicherlich locker über 1000 Tieren. Es schien so, als wären es verschiedene Ställe. Das riesige Außengelände war morgens Ziel von ebenso vielen Kindern, die in Reitgruppen zwischen 10 – 20 Kindern und Pferden unterwegs waren. Wir waren per Zufall darauf gestoßen. Hinter den Fenstern der Ställe und Behausungen standen dicht an dicht Pokale aller Größen. Nach dem Frühstück und unserem abschließenden Rundgang über das Areal checkten wir oline bei unserer Airline ein. Alles lief wunderbar, nur die Zusendung der Tickets per Email scheiterte. Unser Webmailanbieter meinte, dass die Email vom WOW-Air mit einem Virus verseucht seien und stellte sie nicht zu! Was tun ohne Ticket? Wir steuerten das Hauptquartier der Fluggesellschaft an und die Rezeptionistinnen stellten erstaunt, aber nicht unwillig für uns die Tickets aus. Man muss sich nur zu helfen wissen – mittlerweile haben wir erfahren das GMX öfter Mails mit PDFs gerne sperrt, obwohl es seriöse Inhalte sind!!!

Gegen Mittag wagten wir uns in die Hauptstadt hinein. Mit dem Fahrstuhl ging es auf den Turm der markanten Halgrimskirka hinauf. Man hatte einen guten Überblick über die Stadt und die Berge und Vulkane im weiten Umland. Nach dem wir die belebtesten Straßen und Gassen durchbummelt hatten, setzten wir uns Richtung Keflaviker Flughafen in Bewegung. Unterwegs machten wir noch einen Wollkaufzwischenstopp für Jutta 😉 Wir säuberten das Fahrzeug, packten und ließen in Muße die Reise ausklingen. Die Nacht würde ja kurz werden.

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Isländische Verkehrsschilder
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Isländischer Wallach

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Reykjavik, Halgrimskirka

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Blick auf Reykjavik vom Turm der Halgrimskirka
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Reykjavik

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Etliche Gegenstände und Gebäude sind in Reykjavik in den Regenbogenfarben lackiert

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Dienstag 14.08.

Der Wecker holte uns gegen 04.00 Uhr aus dem letzten isländischen Traum. Leichter Regen ließ keinen großen Abschiedsschmerz aufkommen. Island ist landschaftlich ein Traum, aber die Isländer sind dabei den Bogen zu überspannen. Die SZ schrieb schön passend, dass der Touristen-Tsunami aktuell übers Land schwappt. Jeder Isländer versucht seinen Profit zu machen. Wahrscheinlich war es unsere letzte Reise mit eigenem Mobil in dieser Form, da Individualreisen kaum noch realisierbar, freudvoll und bezahlbar sind.

Das Reisemobil deponierten wir auf dem Airport-Langzeit-Parkplatz. Das fällige Parkentgelt platzierten wir im Auto und den Fahrzeugschlüssel hinterlegten wir im Büro des Parkplatzbetreibers; im Laufe des Tages würde Thröstur unseren Wagen abholen und zum Hafen und Schiff in Reykjavik fahren.

Da allein WOW-Air gegen 06.00 Uhr gleich sechs Flieger starten wollte, legten sie sich ins Zeug. Boarding startete um 05.25 Uhr, obwohl der Abflug erst um 06.10 Uhr vorgesehen war! Und tatsächlich rollten wir vor 06.00 Uhr los, hoben um 06.15 Uhr ab, flogen über Schottland, waren dank Rückenwind und Erdrotation früher als geplant im bedeckten, aber lauwarmen Düsseldorf gelandet. Nach 2h 46 Minuten hatte uns NRW wieder. Per Regionalexpress und U-Bahn erreichten wir heil, aber leicht spätmittags übermüdet unser Heim wieder. Hier hatte die Hitze dieses deutschen Rekordsommer vieles verdorren lassen; trotzdem waren die milden sommerlichen Temperaturen uns sehr willkommen.

Unser Wagen wurde am gleichen Dienstag vom identischen Mann (Thörstur), wie zu Beginn unseres Trips, zu einem östlichen Hafen Reykjaviks gesteuert. Dort wurde er am Donnerstag aufs Schiff der Reederei Elmskip verladen. Wie es der Zufall wollte, war es das selbe Schiff wie bei der Anreise; über die Westmänner-Inseln,  an den Shetland-Inseln vorbei, über das britische Hull, das niederländische Rotterdam  erreichte Schiff & Auto am Abend des 22.08.18 pünktlich – obwohl zwischenzeitlich eine Verspätung auch möglich war – den Hafen Cuxhavens. Wo wir hofften es Freitag ( 24.08.) beim Spediteur/Zoll abzuholen.

 

Freitag 24.08.

Mit der Deutschen Bahn ging es frühmorgens (0725 Uhr) wieder aus dem Ruhrgebiet per IC nach Cuxhaven. Zweimaliges Umsteigen und Benutzung der Bummelbahnen führten dazu, dass Cuxhaven erst gegen 11.30 Uhr erreicht wurde. Da der Rückreiseverkehr für NRW die Autobahnen voll machen würde, wollte ich es früh erledigt wissen.

Nach fast 30-minütigem Fußmarsch gelangte ich zum Pförtnerhäuschen des CUX-Ports. Direkt am Schlagbaum, neben einem anderen heimgereisten 4×4-Pickup stand schon unser Fahrzeug. Eine Unterschrift und ich durfte in den Wagen. Schlüssel bekam ich keine ausgehändigt, denn die lagen sichtbar für jedermann in der Mittelkonsole 😦

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„Heimkehrer“ aus Island warten auf ihre Abholer im CUXPORT
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Position A ist der Eingangsbereich. Hier holte ich den abgestellten AmaTi ab. Auf der Hinreise musste ich nach dem Check, den Wagen bis zu Punkt 2 steuern.

Nun sollte ich noch zum Zoll. Ich dachte das wäre schon geklärt gewesen. Nein. Ich musste nun ein paar Kilometer durch Cuxhavens Hafengebiet fahren ud dort eigenständig vorstellig werden. Komische Heransgehensweise. Im Zollamt fehlte mir dann ein Schein, der den ich vorhin unterschrieben hatte. Warum man mir den nicht gegeben hatte? Egal. der Zällner lachte. Holte seine Ladugspaiere von dem Schiff, trat mit mir zusammen vor das Gebäude und nahm großzügig aus 15m Entfernung Kenntnis, dass das Nummerschild mit dem von den Ladepaieren übereinstimmte. Kleine offenherzige Frge, ob ich etwas zu Verzollen hätte. Ich wußte lächeln und verneinen, denn, wer bringt etwas vom teuren Island mit???

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Zoll in Cuxhaven

Mal wieder günstig aufgetankt und durch den Wesertunnel und über Oldenburg heim gerollt. Hier und da mal Stau, doch 1700 war die Reise endgültig mit dem Einparken auf westfälischem Heimatgrund unfallfrei zu Ende gegangen.

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Beim Check zu Hause fiel auf, dass das Furten doch erheblich im Motorraum Spuren hinterlassen hatte. Der Unterboden von VW und Kabine war unberührt 🙂

 

 

Nachtrag

Unterwegs trafen wir viele interessante Reise-/Expeditions-Fahrzeuge, von einigen haben wir „Lichtbilder“ erstellt. Vom einfachen oder spezialisierten Jeep …

 

 

… bis zu modifizierte Jeeps mit Schlafmöglichkeit …

 

 

..sowie man auf Island richtig und sicher auch in Gruppen reisen kann…

 

 

… auch Wohnkabinen gibt’s hier in tollen Variationen zu sehen …

 

 

und finaly die Großen:

 

 

Auch gibt es hier innovative und pragmatische Leih-Wohnmobile anderer Art:

 

 

 

 

 

Z. D. F.:

Kilometer  3614km bzw. wir fuhren auf Island 2964km

Diesel: insgesamt 508 L.  d.h. ~ 14,05 l Verbrauch