Zu einem runden Hochzeitsereignis gönnten wir uns einmal etwas Schönes, was vom Ziel und von der Art nicht unserem Reise- oder Urlaubsmuster entsprach. Wir wollten in den Weihnachtstagen zum TAJ MAHAL in Indien.

Trotz vieler Verhandlungen und unter großen Mühen gelang es uns nicht, den Amarok mit in den Airbus A380-800 der Lufthansa zubekommen, obwohl er doch der größte zivile Airbus ist. Also flogen wir ohne unseren Zweitwohnsitz und mussten uns in Indien in Hotels etc. einbuchen. Trotzdem sind wir – unruhig und neugierig, wie wir sind – viel umhergekommen. Oft sind es nur Schnappschüsse, aber wir wollten ja ne Geschichte erzählen und keinen Fotobildband publizieren 🙂

 

GRUNDSÄTZLICH:

  • Auf indischen Straßen und Wegen ist alles möglich, unsere Erfahrungen aus Syrien und Marokko wurden noch mal ein wenig getoppt!
  • Es fehlt nahezu immer eingreifender und wünschenswerter Polizeieinfluss
  • Der stärkere, nein der clevere und dreistere Fahrer findet zuerst den Durchschlupf im sog. Verkehrsfluß
  • Rechne immer mit allem !
  • LINKSVERKEHR, bei motorisiertem, als auch animalischem Verkehr

 

In städtischen und bewohnten Gegenden könnte man vordergründig von einer gewissen Hierarchie im Bewegungssystem der Inder ausgehen. Ja, grundsätzlich, aber Theorie kennt hier keiner, die machen gleich Praxis. Jeder seine eigene!

  1. Jede Form von zoologischer Relevanz ist permanent im Verkehr auf der Fahrbahn anzutreffen: Schweine, Affen, Kühe, Hunde, Katzen, Ziegen, Streifenhörnchen, etc. ….
  2. Zweibeiner
  3. Zweibeiniger Schubverband
  4. Gezogene Karren von Ochsen/Kühen, Mulis und klapprigen Pferdchen
  5. Gespanne mit Kamel-Zugtier
  6. Elefanten im Straßenraum
  7. Fahrradrikschas für Lasten- und Personentransport
  8. TukTuks
  9. PKWs, Busse & LKWs

 

Ein indischer ZOO:

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Schweinerein des Alltags
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Kühe oder Wasserbüffel auf der Straße

 

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Freiwillig eingeparkt zwischen den Motorrädern, so korrekt, völlig unerwartet 🙂

 

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Affen auf der Strasse
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Affen auch über der Fahrbahn
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Eine heilige Kuh braucht Ruh´
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Ein Auto ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel

 

Kommen wir nun zu den tierischen Fortbewegungsmitteln:

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Linksverkehr par excellance !

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Amber Palace

 

Auch Menschen wollen nicht nur laufen, sondern behelfen sich der Räder:

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Indischer Leitertransport, zwischen 2 Fahrräder gebunden

 

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Fahrradrikscha
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Lastenfahrten mit 1MS

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Pause ist wichtig

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Karren mit 1PS
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Karren mit 1 OS
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Karren mit 1 KS
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Helme sind nur Ballast
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Ein Motorrad indischer Bauart  ROYAL ENFIELD

 

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Lastenmotorrad I
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Lastenmotorrad II
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Hier eine HERO-Honda – Motorräder und Roller spielen ein große Rolle; sie werden auch direkt in einer fliegenden Werkstatt auf Bürgersteig der Fahrbahn vom „Betrieb“ repariert
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Ohne TukTuks geht gar nichts

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Wir haben auch schon Großfamilien mit 8 Menschen an Board entdeckt
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Werkstatt auf der Fahrbahn, in Jaipur
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TukTuk-Overcrowding in Agra
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TukTuks in Delhi

An dieser Kreuzung vorm Roten Fort in Delhi, die jetzt nicht sonderlich voll oder chaotisch war, können wir mal einen akustischen und visuellen Eindruck vom indischen Asphalt-Alltag zukommen lassen; kurzes mittägliches Video dazu hier, als auch eine kleine Probefahrt im TukTuk in Agra: Video dazu hier

Kommen wir zu den Kleintransport-Vehikeln:

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Eine indische „Wasserpumpe“

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Leider passte nicht mehr drauf, sonst wäre die Durchfahrt nicht mehr gelungen 😉

Ansonsten sieht man im Straßenverkehr schon den ein oder anderen Wagen amerikanischer oder japanischer Bauart. Dominant sind die Fahrzeuge indischer Produktion, die in Europa ja keine Zulassung haben.

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Ein TATA
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Ein moderner Mahindra

 

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Ein Force India
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Ein HM -Hindustan Motors, ein dem britischen Morris nachgebautes Lizenzmodell

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Tja bei über 1,1 Milliarden Indern, gibts nicht für alle Sitzplätze
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Ein älteres Modell des Mahindra Jeeps – auch bekannt aus allen Tim & Struppi-Heften

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EICHER – ein ursprünglich bayrischer Hersteller für Landmaschinen und Busse

 

Um sich nun Indien fortzubewegen sind noch ein paar Infos nützlich. Verkehrsberuhigung kennen die Inder auch durch Drempel, aber es geht auch innovativer. Beton als Fahrbahndecke auftragen und kurz vor Aushärtung etwa 20 Fahrräder und Scooter durchbrettern lassen. Super Speedreduzierer!

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Wir sind ja geeicht auf unsere lateinischen Buchstaben. In Indien ist das manchmal auch auf Sanskrit verfaßt.

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Wichtiges kommt meist dann doch auch auf Englisch dazu.

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Neue Länder, neue Verkehrsschilder. Dient aber wohl mehr den Indern dort mal nicht die Fahrbahn zweckzuentfremden

Unterwegs im Land gibt es auch gut ausgebaute Autobahnen, wo bestimmte Verkehrsteilnehmer nicht erlaubt sind. Viele halten sich sogar daran. Trotzdem ist dort ein Speedlimit von 80 kmh ausgewiesen.  Natürlich gibt es Mautstationen und es ist fast zivilisiert dort.

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Auf deutschen Straßen würde man so ein Fahrzeug nicht antreffen. Es ist aber ein Zeichen der Hindus:

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Ein im indischen Bundesstaat Rajasthan zugelassener alter Ambassador mit geometrischem religiösem Symbol.
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Auch hier ist Religion am Werk.

Am Wegesrand oder auch auf der Fahrbahn wird produziert. Aus alten Reifen werden Sliks geschnitten.

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Mit Messern wird das Profil entfernt und das Restmaterial wiederverwertet. Zum Teil wird auch upgecycelt!
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Hier ein Traktor mit Sliks 😉
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Indien ist ein günstiges Reiseland. TukTuk-Fahren ist preiswert, Taxi-Fahren nicht teuer. Ideale Zwischenlösung sind halb- bis ganz professionelle buchbare UBER-Autos.
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Ohne Hupe geht in Indien nichts. Jeder Verkehrsteilnehmer nutzt sie jederzeit und maximal. Eigentlich bräuchte sie keiner, denn jeder Hupton geht im Dauergehupe unter 😉    Hier eine Straßenstand im Viertel der Ersatzteilhändler in Delhi.

Am besten ist aber die Farbpräferenz der Inder. Die Bordsteinkanten sind in de schönsten Farbkombination ever gestrichen 🙂
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